Nur zwei Jahre ist es her, dass dpa bei der Berufung von Jörg Vogelsänger zum Nachrichtenchef des spanischen Dienstes angekündigt hatte, unseren Erfolg in unseren wichtigen Märkten Spanien und Lateinamerika ausbauen (zu) wollen. Jetzt aber hat die internationale Nachrichtenagentur nach Medienberichten beschlossen, den spanischsprachigen Dienst größtenteils einzustellen. Geschäftsführer Peter Kropsch begründete den sehr schmerzhaften Schritt der Umstrukturierung mit einem hohen Fehlbetrag zwischen Kosten und Erträgen. Zuletzt wurde die Zahl der Mitarbeiter des spanischen Dienstes mit 75 angegeben. Künftig sollen spanischsprachige Medien vor allem mit audiovisuellen Angeboten beliefert werden. Auf den Medienmärkten in Spanien und Lateinamerika steht dpa in Konkurrenz unter anderem mit Efe und AFP, die beide in wesentlichem Umfang mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden.

Der spanischsprachige Dienst verbreitet etwa 280 Meldungen am Tag, die wichtigsten Säulen sind Korrespondentenbüros in Madrid und Buenos Aires. In der spanischsprachigen Welt löste die Entscheidung vielfaches Bedauern aus. So sprach etwa die Vereinigung der Korrespondenten der internationalen Presse in Chile von einem unschätzbaren Verlust für die Öffentlichkeit der hispano-amerikanischen Welt.