Acht Kernindikatoren für Qualität im Nachrichtenjournalismus hat das Trust Project aufgestellt, dem sich jetzt auch dpa angeschlossen hat. Die Kriterien sind in etwa diese:

  • Standards: Welches Ziel verfolgt das Medium? Wer sind die Geldgeber? Gibt es ethische Grundsätze wie die Einbeziehung unterschiedlicher Meinungen oder die Korrektur von Fehlern? 
  • Menschen: Welche Journalisten arbeiten für das Medium?
  • Textformate: Werden Nachrichten, Kommentare und Analysen klar unterschieden? Werden bezahlte Inhalte wie Werbung eindeutig kenntlich gemacht?
  • Quellen: Werden die Quellen von Informationen genannt?
  • Methoden: Wird erklärt, warum ein Reporter ein bestimmtes Thema gewählt hat und wie er oder sie dabei vorgegangen ist?
  • Vor-Ort-Berichterstrattung: Ist der Reporter nah am Gegenstand der Berichterstattung, kennt sie oder er sich mit den örtlichen Gegebenheiten aus?
  • Meinungsvielfalt: Werden unterschiedliche Perspektiven und Interessen in der Berichterstattung berücksichtigt? Fehlen relevante Stimmen oder Minderheiten?
  • Feedback: Gibt die Redaktion der Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich zu Berichten zu äußern und sich mit Vorschlägen und Ergänzungen zu Wort zu melden?

Diese "Trust Indicators" sollen als zusätzliche Metadaten bei Nachrichten und Berichten mit festgehalten werden und können dann von Webanwendungen wie etwa der Google-Suche genutzt werden. "Bei dpa hat die Transparenz unserer Quellen und Arbeitsweisen seit jeher große Bedeutung", erklärt der Stellvertreter des Chefredakteurs bei dpa, Roland Freund, in einer Pressemitteilung. "Zu allen Themen stellen wir unseren Kunden schon bisher wichtige Zusatzinformationen detailliert zur Verfügung. Künftig können solche Angaben über das Trust-Projekt auch den Usern im Netz angezeigt werden." In den nächsten Monaten werde dpa mit ihre Kunden über mögliche Umsetzungen des Trust Projects zu beraten.

Das Trust Project wurde 2014 von der kalifornischen Wissenschaftlerin Sally Lehrman gestartet. Unterstützt wird es auch von der Washington Post, dem Economist, La Stampa und La Repubblica, Zeit Online sowie Google, Facebook und Twitter.