Der frühere Chef des deutschen Dienstes von Associated Press, Larry Heinzerling, ist im Alter von 75 Jahren in New York gestorben. Nach Reportereinsätzen in Nigeria (1971 - 1974) und Südafrika (1974 - 1978) wurde Heinzerling 1978 Bürochef von AP in Frankfurt am Main. In dieser Funktion leitete er auch den deutschen AP-Dienst. Dieser war über mehrere Jahrzehnte hinweg die zweitgrößte deutschsprachige Nachrichtenagentur, bis er 2009 verkauft wurde. Nach der Insolvenz der Nachrichtenagentur dapd ging die Lizenz für die Nutzung der AP-Dienste im deutschsprachigen Raum 2013 an die Deutsche Presse-Agentur, die Medien und andere Nachrichtenagenturen mit dem Dienst der AP-Weltnachrichten in deutscher Sprache beliefert.

Heinzerling ging 1983 nach New York zurück und übernahm als "director of World Services" die Leitung der AP-Geschäfte außerhalb der USA. Sein Nachfolger in Frankfurt wurde der bereits 2005 verstorbene Steve Miller. Heinzerling ging 2009 in den Ruhestand.

Larry  Heinzerling habe den deutschen Dienst der AP reformiert und modernisiert, erinnert sich der frühere Chefredakteur des deutschen AP-Dienstes, Uli Renz. "Auf eine sehr unaufgeregte, behutsame, aber auch beharrliche Art hat er die Grundlage für den Dienst geschaffen, den wir alle  gekannt, mit Leben gefüllt und gepflegt haben. Er amtierte zwar als Manager in Frankfurt, aber er handelte immer auch als leidenschaftlicher Nachrichten-Journalist. Er war und blieb ein Freund und treuer Begleiter des deutschen Dienstes."

In den Würdigungen von Associated Press zum Tod von Larry Heinzerling wurde dessen Beitrag zur Beendigung der Geiselnahme des Beiruter AP-Korrespondenten Terry Anderson hervorgehoben, der von März 1985 bis Dezember 1991 in der Gewalt der schiitischen Hisbollah-Miliz war. Heinzerling wirkte an diplomatischen Bemühungen mit, die schließlich zur Freilassung Andersons führten. 

 

 

 

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