Die Deutsche Presse-Agentur hat das Corona-Jahr 2020 gut überstanden. Die größte deutsche Nachrichtenagentur steigerte im Kernunternehmen der dpa GmbH ihren Umsatz um 1,0 Prozent auf 93,9 Millionen Euro. Davon entfielen 68,4 Prozent auf Wort- und 15,3 Prozent auf Bilderdienste. In der Gesamtgruppe wurde ein Umsatz von 143,9 Millionen Euro erreicht. Der Jahresüberschuss nach Steuern stieg in der GmbH um 28,1 Prozent auf 1,6 Millionen Euro. Die Tochtergesellschaften erzielten beim Jahresüberschuss mit 15,7 Millionen Euro (2019: 15,3 Millionen) einen neuen Höchstwert. Davon entfielen allein 7,6 Millionen Euro auf die news aktuell GmbH als Anbieter von Produkten für die Unternehmenskommunikation und 2,3 Millionen auf die dpa Picture-Alliance GmbH für den Bildverkauf. Für 2021 wird in der GmbH erneut ein Umsatzwachstum und ein Ergebnis von rund einer Million Euro erwartet.

Nach der weitgehenden Umstellung auf mobiles und vernetztes Arbeiten im März 2020 habe die Meldungsstatistik der Corona-Monate eine deutliche Steigerung der Produktion ausgewiesen, alle Aspekte der Pandemie seien dabei umfassend abgedeckt worden, schreibt der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung, Peter Kropsch, im Geschäftsbericht 2020. "Die Rolle der dpa war einmal mehr die eines starken Rückgrats der Berichterstattung." Die Zahl der Textbeiträge stieg von 190 000 auf 195 000, die der Bildfunk-Angebote von 337 700 auf 342 000. Dafür sorgten in der dpa-Gruppe insgesamt 1240 Beschäftigte (2019: 1248). Allein im Kernunternehmen der GmbH waren es 669 Beschäftigte (2019: 673), darunter 447 Redakteurinnen und Redakteure. 

"Wir haben viel Kraft und Motivation daraus gewonnen, dass faktentreuer, unabhängiger Journalismus in der Gesellschaft als wichtig angesehen wird", schrieb Kropsch. "Dass wir in den letzten Jahren unser Faktencheck-Team stark ausgebaut haben, hat sich angesichts der Vielzahl an Ver­schwörungsmythen sehr bewährt." Als besonderen Schritt hob der Geschäftsführer die Übernahme des Betriebs der TeleNewsNetwork zur Jahresmitte 2020 hervor, womit die Videoproduktion deutlich ausgeweitet wurde - unter dem Dach der dpa-Tochtergesellschaft Rufa bietet TNN täglich etwa 15 Videobeiträge für Fernsehsender und Webportale an. Der Geschäftsbericht nennt außerdem das neue Angebot dpa Audio Hub, das Podcast-Produzenten eine Datenbank mit aktuellen Originaltönen bereitstellt. Für das erste Halbjahr 2022 ist eine umfassende Erneuerung des Nachrichtenportals dpa News angekündigt, das "als 'Flagship-Store' der dpa-Nachrichtenangebote von Grund auf neu aufgebaut" werde.

In einem Ausblick auf das journalistische Arbeiten nach der Pandemie geht Chefredakteur Sven Gösmann auf das neue Redaktionssystem Rubix ein, das als Nachfolger des zurzeit verwendeten Systems Ines Texte, Bilder und weitere Formate zusammenführen soll: "Aus einem siloartigen Angebot wurde die 'Whole Story', produziert in der neu eingeführten redaktionellen Softwarelandschaft Rubix". Der Name erinnere "wegen der für den Nutzer unsichtbaren Komplexität und der flexiblen wie harmonierenden Einzelteile" an den Zauberwürfel Rubik's Cube. "Das Front-End selbst ist aber ein schlankes, browserbasiertes, auf allen Devices nutzbares Angebot. Jeder Redakteur bekommt nur das zu sehen, was er nutzt."

 

 

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