Zwei Selbstmordanschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul haben erneut ein Schlaglicht auf die lebensgefährliche Berichterstattung aus Afghanistan geworfen. Unter den 25 Todesopfern des doppelten Anschlags vom 30. April sind neun Journalisten, unter ihnen der AFP-Fotograf Shah Marai. Der 41-jährige Fotograf war mit anderen Reportern und Rettungssanitätern zum Ort der ersten Explosion geeilt, als ein zweiter Selbstmordattentäter etwa 40 Minuten danach seinen Sprengsatz zündete. Ein zehnter Journalist, ein 29-jähriger BBC-Reporter, kam am gleichen Tag bei einem Angriff in der Provinz Chost ums Leben. Im September wird in Afghanistan ein neues Parlament gewählt - bei der Berichterstattung über die Präsidentschaftswahl in Afghanistan wurde am 2. April 2014 die AP-Fotografin Anja Niedringhaus getötet. 

Shah Marai hat den Bürgerkrieg in Afghanistan in den 1990er Jahren ebenso miterlebt wie das Taliban-Regime, die Luftangriffe der USA von 2001 und den schwierigen politischen Prozesse der danach folgenden Jahre. Er arbeitete zunächst 1996 als Fahrer für AFP, ehe er zwei Jahre später für die Agentur auch zu fotografieren begann. Er war Vater von sechs Kindern, die jüngste Tochter war am Tag seines Todes gerade erst 15 Tage alt. In einem Beitrag für das AFP-Blog schrieb er im Oktober 2016: "Es gibt keine Hoffnung mehr."

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