Personalabbau angekündigt, Streik, Verhandlungen - für die Journalisten der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) geht es um die Grundlagen ihrer Arbeit. Nach der Ankündigung massiver Personalkürzungen in der Redaktion - 36 von 150 Vollzeitstellen sollen gestrichen werden - beschloss eine Redaktionsversammlung am 16. Januar eine Liste von Forderungen, darunter die Aufnahme von Verhandlungen mit der Geschäftsleitung, den Verzicht auf Kündigungen bis Ende Februar und Gespräche über einen Sozialplan. In einem Offenen Brief protestierte die Redaktionsversammlung gegen die Pläne, die aus ihrer Sicht in einem engen Zusammenhang mit der im Herbst 2017 angekündigten Fusion mit der Bildagentur Keystone stehen: "Mit der Fusion übernimmt die SDA das Unternehmensmodell von Keystone: Sie soll neu gewinnorientiert arbeiten und ab 2020 jährlich Dividenden auszahlen. Die einzige Vollagentur der Schweiz wird also dem Renditestreben geopfert." Weil die Geschäftsleitung nicht auf die Forderungen einging, traten die SDA-Redaktionen am 30. Januar in den Streik. 

Nach 81 Stunden beschloss die Redaktionsversammlung dann, den Streik auszusetzen, nachdem es zu einem Treffen mit dem SDA-Verwaltungsrat gekommen war. Beide Seiten vereinbarten die Aufnahme von Verhandlungen am 13. Februar. Die Redakteure nahmen ihre Arbeit wieder auf, betonten aber, dass der Streik nur ausgesetzt, nicht beendet sei: "Die Redaktionsversammlung wird aufgrund der Entwicklung der Verhandlungen entscheiden, ob die Voraussetzungen für den Arbeitsfrieden wieder gegeben sind."

Die SDA ist ähnlich wie dpa genossenschaftlich organisiert. Die meisten Anteile (29,4 Prozent) liegen bei der Tamedia-Gruppe um den Tages-Anzeiger in Zürich, gefolgt von der NZZ-Gruppe, der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) und dem Verlegerverband französischsprachiger Medien, Médias Suisses.

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