Für die Agenturjournalisten in der Schweiz beginnt das neue Jahr mit sehr schlechten Nachrichten: Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) baut in diesem und dem nächsten Jahr 35 bis 40 der 180 Arbeitsplätze ab. In einem Schreiben der SDA-Redaktion an die Mitarbeiter wird eine umfassende Neuordnung angekündigt, die mit der "äusserst schwierigen Lage der Schweizer Medien" begründet wird. 

Der Stellenabbau soll unter anderem durch eine Zusammenlegung von Inlands- und Auslandredaktion, durch eine Verringerung der Auslandberichterstattung auf zwei Desk-Schichten und durch eine Verlagerung der Wirtschaftsberichterstattung zur Finanznachrichtenagentur AWP erfolgen, mit der die SDA seit 2012 in einem Joint Venture verbunden ist. Die regionale Wirtschaftsberichterstattung verbleibe bei der SDA, hieß es weiter. Zur Einsparung von Kosten sei auch der Vertrag mit Reuters gekündigt worden. Geplant sei ein Sozialplan im Umfang von 1,5 bis 2 Millionen Franken.

Der Schweizer Journalistenverband impressum protestierte gegen die Ankündigung und sprach von einer "willentlich gesteuerten Schwächung der SDA durch ihre teils sehr finanzsstarken Eigentümer und Kunden". Die Leistung der traditionsreichen Schweizer Nachrichtenagentur werde damit auf Dauer massiv beschnitten. Die Auslandberichterstattung werde auf das Weiterleiten von Texten ausländischer Agenturen wie dpa oder AFP reduziert. Es sei unglaubwürdig, wenn die SDA-Geschäftsleitung erkläre, dass der Abbau nichts mit der kürzlich mitgeteilten Fusion mit der Bildagentur Keystone zu tun habe, kritisiert impressum.

 

 

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