Für Nachrichtenagenturen sind Olympische Spiele schon immer ein besonderes Schaufenster ihrer journalistischen Stärken. Zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro haben Reuters, AP, AFP und dpa spezielle Teams von Berichterstattern eingesetzt. Reporter, Fotografinnen, Redakteure und kreative Gestalterinnen stehen vor 16 ziemlich intensiven Tagen. 

Die Journalisten vor Ort wollen immer auch den besonderen Beitrag ermöglichen, den andere nicht bieten können. Der Cheftechniker im AFP-Fototeam, Francois Xavier Marit, hat das im Blog so beschrieben: Alle großen Agenturen haben Wochen vor dem Start der Spiele ein Treffen mit den Veranstaltern. Wir stellen ihnen vor, was wir wollen, und sie sagen uns, was möglich ist. Das ist ein großes Treffen mit allen. Und dann versuchen wir in getrennten Gesprächen mit den Organisatoren, einige Vereinbarungen für bestimmte Aufnahmepositionen zu bekommen, von denen wir nicht wollen, dass unsere Wettbewerber davon wissen, damit wir dort etwas Kreatives anstellen können. 

 

Etwa 150 Meldungen am Tag allein auf Französisch sowie täglich bis zu 1000 Fotos und 60 Grafiken will AFP zu den Olympischen Spielen verbreiten. Der AFP-Sportfotograf Adrian Dennis teilte im Blog seine Gedanken zum 100-Meter-Finale der Leichtathletik-Sprinter: Bei 14 Aufnahmen pro Sekunde sei zu hoffen, dass wenigstens ein gutes Bild dabei sei. Aber viel Zeit zum Nachdenken gebe es nicht: Ich muss dem Sieger hinterher laufen, um seine Freude für die Ewigkeit festzuhalten. 

Wir sind mit 60 Kollegen in Rio, sagt dpa-Sportchef Martin Romanczyk. Wir sind so aufgestellt, dass wir nahezu alle Wünsche erfüllen können, von der Eilmeldung bis zur umfassenden Analyse, von täglich Dutzenden Bildern über Videos, Hörfunkbeiträge bis hin zu Grafiken, die es so bisher noch nicht gab. Diese Spiele werden so crossmedial wie keine zuvor. Die Spiele seien auch Anlass, um Brasilien neu in den Blick zu nehmen, von der Innenpolitik über soziale Probleme bis zum Zikavirus. Das dpa-Angebot zu den Olympischen Spielen setzt auch auf eine verstärkte Live-Berichterstattung: Der dpa-Ticker von SportsLive zur Einbindung in die Webseiten von Kunden ist auf 200 Stunden Live-Berichterstattung vorbereitet. 

Reuters wendet sich in der Olympia-Berichterstattung an das breite Publikum, hat dazu eine eigene Website für aktuelle Berichte gestartet. Hinter den Kulissen aber ist zu hören, dass das Team für die Olympia-Berichterstattung deutlich kleiner ist als vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in London. Der Olympia-Desk in London bestehe aus 17 Redakteuren, unter ihnen 14 News-Reporter aus den USA, die keine Erfahrung in der Sportberichterstattung für Reuters haben sollen, heißt es im kritischen Blog The Baron. 

Auch AP ist mit einer eigenen Website zu den Olympischen Spielen am Start. Täglich soll es 200 bis 300 Meldungen aus Rio geben sowie 2000 bis 2500 Fotos und 10 bis 15 Videos.

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